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Die schöne neue Arbeitswelt – warum Vertrauen wieder in „Mode“ kommt?

Das gegenseitige Vertrauen von Führungskraft und Mitarbeiter auf dem Prüfstand


Flache Hierarchien, ständig neue Kommunikations- und Projektmethoden, Mitarbeiter aller Ebenen sollen agil und umfassend an Entscheidungen beteiligt sein, Vorgesetzte sind inspirierend. So attraktiv die Idee auch klingt – bis heute ist sie in der Realität kaum angekommen. Das Top-Down-Prinzip behält weiterhin die Oberhand. Welche Vorteile bringt Vertrauen – und warum zahlt es sich aus?


Mitarbeiter wollen zwar klare Aufgaben und Ziele, gleichzeitig möchten sie jedoch bei der Bewältigung ihrer täglichen Herausforderungen auch eine nötige Entscheidungsfreiheit erfahren. Studien zeigen: Es geht immer mehr um Vertrauen und Verantwortung. Wenn das Management seinen Mitarbeitern mehr Verantwortung überträgt, unterstützt es damit ein gutes Betriebsklima – und entspricht dem Wunsch von immer mehr Angestellten. Doch hier ist das Problem. Dazu benötigt wird Vertrauen!


Vertrauen ist ein erlerntes Verhalten

Ohne Vertrauen funktioniert keine Gesellschaft und keine Unternehmung – denn hier entscheiden Verhalten und Beziehung. Wer vertraut, reduziert Kosten für Kontrolle, redundante Abstimmungen, Komplexität und beschleunigt gleichzeitig die Abläufe. Doch der ein oder andere wurde in seinem Grundvertrauen schonmal enttäuscht. Jetzt kann man sich zurückziehen und misstrauisch werden – dies macht aber auf Dauer einsam.


Auch nach Enttäuschungen hält die Mehrheit am Vertrauen, also an einem „sozialen Kredit“, fest. Wir ärgern uns, vertrauen aber wieder, nur nicht mehr diesem speziellen Menschen, der uns enttäuscht hat.


Je höher der IQ eines Menschen ist, desto vertrauensseliger ist er (Oxford University)

Vertrauen ist erlernt und wird durch das Selbst- und das Fremdvertrauen beeinflusst. Wer gelernt hat, seine eigenen Fähigkeiten nutzen zu können, um Erfolge reproduzierbar zu machen und dass die Mehrheit anderer Menschen geschenktes Vertrauen belohnt, bleibt vertrauensvoll.


Wer künftig als Führungskraft oder als Mitarbeiter erfolgreich sein will, braucht „sehr feine Antennen“ für einen vertrauensvollen Umgang. Dabei spielt vor allem das reflexive Mindset eine wesentliche Rolle.


1. In Zukunft wird es für Führungskräfte noch wichtiger sein, inspirieren zu können, als Vorbild voranzugehen und ein „echtes Interesse“ am Individuum und den jeweiligen Stärken und Schwächen zu zeigen. Es wird verstärkt darum gehen, für Sinn und Mehrwert zu stehen und zu versuchen, die individuellen Fähigkeiten, Kompetenzen und auch Schwächen in eine Passung mit der Anforderung und dem Umfeld zu bringen und dadurch ungenutzte Kapazitäten und Potenziale zu heben.


2. Es wird darum gehen, ein starkes und verständliches Wertesystem zu „leben“ und am

Leben zu halten. Dabei werden die gegenseitige Unterstützung und das Vertrauen im

Vordergrund stehen. Nur durch verbindliche und zuverlässige Zusammenarbeit werden

starke Beziehungen geschaffen, die wiederum die Befähigung und persönliche Weiter-

entwicklung ermöglichen werden.


3. Die Führungskraft von morgen sollte sich authentisch verhalten und den Mitarbeitern

oder Prozesseignern einen hilfreichen und sinnvollen Handlungsspielraum bieten. Es

sind weniger „Einzelhelden“ gefragt, denn diese werden in einem hochdynamischen

Miteinander nicht mehr mit allen Herausforderungen in den Bereichen Kommunika-

tion, Wertschätzung, Prozessplanung und Führung standhalten können.


4. Dazu muss eine Führungskraft sehr feine Antennen der Wahrnehmung entwickeln, um

Kompetenzen, Interessen, Bedürfnisse und persönliche Merkmale zu erkennen und op-

timal einsetzen zu können, oder Systeme nutzen, die dabei unterstützen. Schließlich

geht es auch darum, Menschen zu finden, die den höchsten Grad der „Passung“ zu den

Anforderungen und dem Umfeld zeigen.


Der Führungsstil ist ein wesentliches, wenn nicht gar das entscheidende Element effektiven Managements.

Verantwortungsbewusste Führung verlangt allerdings mehr als die Entwicklung einer Vision, ihrer wirksamen Kommunikation und der Motivation anderer, ihr zu folgen. Sie verlangt auch ein tiefes Verständnis der bewussten rationalen und der unbewusst emotionalen Verhaltensweisen von Individuen und Gruppen.

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