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Warum Sie ticken, wie Sie ticken - Ihr Organisationsverhalten

Sozialkompetenz und der Mensch im Mittelpunkt machen Unternehmen reicher


Von Malin Meurer - PREDICTA|ME GmbH


Menschen handeln in derselben Situation oft ganz unterschiedlich – der eine möchte gerne viel Verantwortung übernehmen, selbst entscheiden und eigene Ideen umsetzen, wohingegen ein Anderer klare Aufgaben und vorgegebene Handlungsrahmen präferiert und für den zu viel gefragte Eigeninitiative eine Quelle von Stress darstellt. Das Verständnis über solche Verhaltensunterschiede wird mithilfe von Organizational Behavior-Modellen (OB-Modelle) greifbarer und zeigt, dass das Wissen über individuelle Werte und Fähigkeiten von Arbeitnehmern in unmittelbarem Zusammenhang mit Schlüsselfaktoren wie Produktivität, Wertschöpfung, Engagement und Arbeitszufriedenheit steht (Robbins Judge).



Daher ist eine Erweiterung der Perspektive von Kennzahlen des unternehmerischen Erfolgs auf die Ebene des menschlichen Verhaltens und dessen förderlichen Gestaltung im Kontext der gesamten Organisationskultur heutzutage unabdingbar. Denn wenn nicht der Faktor Mensch das Fundament für wirtschaftlichen Erfolg und treibende Kraft im Unternehmen ist, was sonst?

Im anfänglichen Beispiel bedeutet dies, dass das explizite Wissen über die individuellen Fähigkeiten und Wahrnehmung von Mitarbeitern nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Arbeitszufriedenheit leisten kann, sondern in direktem Zusammenhang mit situativer Führung und gesteigerter Wertschöpfung steht. Liegt ein vertrauensvolles Klima in Unternehmen vor, wo Fehler nicht gefürchtet sind und ein Gleichgewicht zwischen Entscheidungsfreiheit und Kontrolle herrscht, werden Mitarbeiter auch eher bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen, was wiederum das Management in vielen Bereichen entlasten kann.


„A positive organizational culture emphasizes building on employee strengths, rewards more than it punishes, and emphasizes individual vitality and growth.“ (Robbins Judge)


Genau wie jedes Unternehmen eine eigene Struktur hat, so hat auch jeder Mitarbeiter unterschiedliche Wertvorstellungen und Charakterzüge. Über Bottom-Up Prinzipien zeigen OB-Modelle, wie jeder einzelne Mitarbeiter selbst Schlüsselfaktor für unternehmerischen Erfolg ist und wie Gruppen im Kontext der Arbeitsgestaltung agieren. Dabei spiegelt die Organisationskultur nicht nur die Werte, die das Management festlegt, wider, sie ist auch geprägt von Vorstellungen und Kulturen die jeder einzelne mit in die Organisation hineinbringt.


People Skills sind gefragt


Heutzutage unterliegen Unternehmen einem kontinuierlichen Wandel. Egal ob in Bereichen der Arbeitsgestaltung, Technologien, oder eben der Organisationskultur, ständig kommt es zu Veränderungen und Verbesserungen, die wiederum auf allen Ebenen des Unternehmens von Relevanz sind (Siebenbrock). Auf der einen Seite helfen OB-Ansätze, die unterschiedlichsten Charaktere besser zu verstehen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mithilfe von wirkungsvollem Management zu ermöglichen. Auf der anderen Seite erleichtern Kenntnisse über Organisationsstrukturen und Gruppendynamiken den Umgang mit Veränderungen. Jeder kennt Gewohnheiten, entweder von sich selbst oder von anderen, die sich nicht immer so einfach ändern lassen, die möglicherweise auch negative Implikationen haben. Verbesserung bedeutet eben auch Zeitaufwendung, Verhaltensflexibilität und Mühe. Kenntnisse des Organizational Behavior‘s können maßgeblich dazu beitragen, Sensibilität für Ist-Zustände zu schaffen, starre Strukturen aufzulösen und eine Kultur zu fördern, die kontinuierlichen Wandel annimmt und davon auch profitiert, indem gleichermaßen Wahrnehmungen der Mitarbeiter, Führungskraftverhalten und Personalmanagement beachtet werden. Dabei schafft regelmäßige Kommunikation nicht nur Sicherheit und Orientierung, sondern hilft auch mit Widerstand umzugehen und fördert die Unterstützung neuer Methoden (Kauffeld).


„Perfect communication is unattainable. Yet a positive relationship exists between effective communication and worker productivity. Choosing the correct channel, being an effective listener, and using feedback can make for more effective communication.“ (Robbins Judge)


Verhalten greifbarer machen

Zu individuellen Variablen im OB-Modell zählen nicht nur biographische Merkmale, Werte und Fähigkeiten, sondern auch die unterschiedlichsten Motivationen, Emotionen und Wahrnehmungen (Siebenbrock). Hier lässt sich auch erkennen, dass Führungsstile situationsbedingt sind. Für die Gruppenstrukturen des einen Unternehmens mag es von Vorteil sein, einen autokratischen Führungsstil zu wählen, bei dem Mitarbeiter durch klare Vorgaben und Ziele motiviert werden. Wohingegen in anderen Organisationsstrukturen ein partizipativer Stil, bei welchem Motivation vor allem durch Mitsprache erreicht wird, weit vielversprechender ist. Studien zeigen jedoch, dass es gerade zwischen Mitarbeitern und Management zu falsch vorhergesagtem Verhalten und Einschätzungen kommen kann:



„86% des Managements war der Meinung, dass es den Mitarbeitern im Unternehmen gut geht. Warum gaben dann nur 55% der Mitarbeiter an, dass sie sich in der Organisation tatsächlich wohl fühlen?“ (Robbins Judge).


Durch spielerische, dennoch wissenschaftlich basierte Assessments (Quiz, Jobsimulation, Mitarbeiterbefragungen etc.) und der Erhebung von spezifischen Einflussfaktoren auf den wirtschaftlichen Erfolg, beispielsweise mithilfe von PREDICTA|ME, können zuverlässige Prognosen getroffen werden und dadurch interpersonale Fähigkeiten ausgebaut werden. Der effektivere Einsatz von Humanressourcen und das Erreichen unternehmerischer Ziele wird somit auf eine Ebene gebracht, so dass Fragen, wie der optimalen individuellen Mitarbeiterförderung aus dem Beispiel zu Beginn, adäquat begegnet werden können. Hierzu zählt auch Extra-Role Performance, Loyalität und die Identifikation mit den Zielen und Werten des Unternehmens. Alles ausschlaggebende Faktoren, wenn es um Teambuilding, Arbeitsgestaltung und letztendlich Wertschöpfung geht.

Begeistertes Arbeiten als Schlüsselelement für wirtschaftlichen Erfolg kann durch Organizational Behavior-Ansätze erklärt und erreicht werden. Im Kontext von agilen Strukturen, Globalisierung, Teaminteraktion, situativer Führung und Wertemanagement, sind Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsgestaltung nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern stehen im Zentrum der Determinanten unternehmerischen Erfolges.





Literatur:

Robbins, Stephen P., & Timothy A Judge. Organizational Behavior. 15. Auflage, Pearson Education Inc., 2013.

Kauffeld, Simone. Arbeits-, Organisations- und Personalpsychologie für Bachelor. 3. Auflage, Springer, 2018

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