• Yasmin PREDICTA|ME

Operativ komplett überladen – agil heißt auch vernünftig!


Die Digitalisierung nimmt immer mehr Einzug in deutsche Unternehmen – endlich, werden die meisten sagen. Mit fortschreitender Digitalisierung werden zwar viele Prozesse erleichtert, aber gleichzeitig steigert sie auch deren Dynamik und Komplexität. Eine Notwendigkeit die sich u.a. hieraus ergibt, ist das „agile Arbeiten“, das sich praktisch „automatisch“ in vielen Unternehmen im Zuge der Digitalisierung einstellt.

Agilität leitet sich von dem lat. “agilis” ab und bedeutet “beweglich, tätig, rührig”. Im Kontext von Unternehmen findet agiles Arbeiten auf verschiedenen Ebenen statt. Das fängt bei agilen Teams an, führt über agiles Management bis hin zu einer komplett agilen Organisation.


Einen Organisationsgeist etablieren

In so einem agilen, herausfordernden Arbeitsumfeld ist es dabei für Führungskräfte unerlässlich, auf Augenhöhe mit ihren Mitarbeitenden zusammenzuarbeiten, zu kommunizieren und ggf. sogar als Mentor zu fungieren. Schließlich hängt der Erfolg eines Unternehmens nicht nur davon ab, ob die richtigen Personen mit den passenden Fähigkeiten auf den richtigen Positionen sitzen. Es geht auch darum, Teams so zu fördern, dass ein reger Austausch stattfindet und die Prozesse reibungslos ablaufen – auch wenn sie jetzt vielleicht digital sind. Es gilt, die Mitarbeitenden als Team zusammen zu halten und gemeinsam zu einem Ziel zu führen, und dies umso mehr, wenn die Kommunikation durch neue Homeoffice-Regelungen vielleicht nur noch selten Face-to-Face erfolgt.


Auf die feinen Antennen kommt es an…

Die Anforderungen an Führungskräfte in agilen Strukturen sind heutzutage so vielfältig und herausfordernd, wie es die Mitarbeitenden und Unternehmen sind. Immer mehr Aufgaben müssen in immer kürzerer Zeit umgesetzt werden, und am besten mit immer weniger Mitarbeitenden und dennoch idealerweise gesteigerter Leistung bewältigt werden. Gleichzeitig wird es für Führungskräfte schwieriger, die Stimmungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden wahrzunehmen, wenn diese immer mehr im Homeoffice arbeiten und der Kontakt zur Führungskraft vermehrt über Emails, Chats oder Telefonkonferenzen erfolgt.

Doch wie können Führungskräfte diese neuen Herausforderungen einer agilen Arbeitswelt meistern?


Hierzu mal ein Beispiel: Jedes erfolgreiche Fußballteam geht regelmäßig zum Training und übt Techniken und Bewegungsabläufe immer und immer wieder. Aber um zum besten Team zu gehören, reicht alleiniges Üben von altbekannten Techniken nicht aus. Ein Team muss sich „agil“ auf seinen Gegner im nächsten Spiel einstellen können. Analysen des Gegners, speziell abgestimmte Taktiken und Spielabläufe, die Mannschaft wird moralisch auf den Gegner eingestellt – und dass, jede Woche auf ein Neues, agil eben. Im Berufsleben funktioniert dies sehr ähnlich. Menschen kommen nicht als Anwalt, Ingenieur oder Chirurg auf die Welt – genauso wenig wie Führungskräfte als Führungskräfte geboren werden. Ein Chirurg muss regelmäßig operieren, um „in Übung“ zu bleiben. Er muss sich aber auch regelmäßig weiterbilden und die neuesten Operationstechniken lernen, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben. Genauso sollten auch Führungskräfte ihre Fähigkeiten bei der Führung von Mitarbeitern regelmäßig reflektieren und trainieren. Es reicht nicht, einmal ein Führungskräfteseminar gemacht zu haben und das dort gelernte die nächsten 30 Jahre anzuwenden. Genauso dynamisch wie die Arbeitswelt sich ändert, ändern sich auch die Anforderungen an die Führung. Führungskräfte sollten sich im Hinblick auf eine immer agiler werdende Arbeitswelt folgende Fragen stellen:


· Wie werde ich meiner Vorbildfunktion gerecht, auch wenn der Kontakt zu meinen Mitarbeitern durch z. B. Homeoffice-Regelungen immer weniger wird?

· Wie bleibe ich authentisch und klar in einem derartigen dynamischen Umfeld?

· Wie kommuniziere ich richtig über immer verstärkter genutzte Tools wie Telefonkonferenzen und Videomeetings?

· Wie nehme ich die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Bedürfnissen von Mitarbeitenden trotz der erhöhten Distanz durch Arbeit im Homeoffice wahr und werde diesen gerecht?

· Wie halte ich mein Team zusammen, wenn dieses sich nur (noch) selten sieht?


Auch wenn der Trend immer weiter in die Richtung geht, Arbeitsabläufe und Prozesse zu digitalisieren und Arbeitsplätze und -zeiten immer flexibler für den Einzelnen zu gestalten, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass dadurch die für die Mitarbeiter „menschliche Seite der Arbeit“ umso wichtiger wird. Dieser Aspekt rückt insbesondere auch für Führungskräfte immer deutlicher in den Fokus ihrer Aufgaben und wird auch in Zukunft einen wichtigen Bestandteil ihrer Führungsaufgaben darstellen.

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